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Aktive ArbeitnehmerInnen durch Neuordnung
des Arbeitszeitregimes


‚Mangelnde Zeit‘ ist einer der wichtigsten Gründe, Arbeitswege nicht mit aktiven Modi (eventuell in Kombination mit dem Öffentlichen Verkehr (ÖV)) sondern mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) zu bewältigen. Dies stellt eine der wesentlichen Barrieren für die Änderung von individuellem Mobilitätsverhalten und damit für das Erreichen verkehrspolitischer Ziele dar, die eine Einleitung der Mobilitätswende im Sinne der Dekarbonisierung und Entschleunigung des Verkehrssystems anpeilen.

Projektinformation

Diesen Herausforderungen stellt sich das Forschungsprojekt active2work, das im Rahmen der 9. Ausschreibung „Mobilität der Zukunft“ durch das BMVIT gefördert und von den ProjektpartnerInnen tbw research und dem Institut für Verkehrswesen der Universität für Bodenkultur Wien als Sondierung bearbeitet wird. Die zentrale Idee von active2work ist, dass ein Teil der Mobilitätszeit, wenn der Arbeitsweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt wird, in die Arbeitszeit eingerechnet wird. Dabei soll die Summe aus Arbeits- und Mobilitätszeit über alle Modi in etwa gleich sein, um ‚modale Chancengleichheit‘ zu ermöglichen und aktive Verkehrsmodi aufzuwerten. Eine Entschleunigung der Alltagsmobilität (‚suffiziente Mobilität‘ mit größeren Anteilen von Fuß- und Radwegen anstelle von MIV) soll nicht ausschließlich zu Lasten der Freizeit der ArbeitnehmerInnen gehen, um die zentralen Ziele der Mobilitätswende im Verkehr zu erreichen. Mit einem derartigen Paradigmenwechsel wird erwartet, Akzeptanz und Inanspruchnahme aktiver Verkehrsmodi wesentlich und nachhaltig zu verbessern.

In active2work wird ein ‚new deal‘ zwischen ArbeitgeberInnen und -nehmerInnen konzipiert und dessen Machbarkeit überprüft. Dieses Abkommen sieht eine Reduktion der Arbeitszeit um die zusätzlich aufzuwendende Mobilitätszeit bzw. je nach Arbeitszeitmodell alternative Ausgleichsmöglichkeiten (zusätzlicher Urlaub, Zeitausgleich o.ä.) vor und stellt damit einen Enabler für ‚multimodale Lebensstile‘ (tatsächliche Wahlfreiheit) dar.

Zur Untersuchung dieser neuen Arbeitszeitmodelle werden notwendige Rahmenbedingungen und Strukturen (bestehende Arbeitszeitmodelle, Wegzeiten und -längen, Akzeptanz seitens von Unternehmen etc.) aufgezeigt. Komplementär dazu wird der absehbare Mehrwert für Betriebe und Volkswirtschaft in unterschiedlichen Szenarien messbar gemacht (betriebs- und volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse, in der u.a. gesundheitliche Wirkungen, Motivation und Performance der MitarbeiterInnen, Umwelteffekte berücksichtigt werden). Ein abschließender Probebetrieb mit eingebundenen Firmen dient als Möglichkeit zur Demonstration der neuen Arbeitszeitmodelle.


Newsupdate

Im Rahmen dieses Projektes fanden im Oktober insgesamt drei Diskussionsrunden mit ExpertInnen, Unternehmen und angestellten Erwerbstätigen statt.

Unter dem Titel ‚AKTIV MOBIL ZUR ARBEIT: Der Weg als Teil der Arbeitszeit‘ diskutierten wir die Vor- und Nachteile und welche Veränderungen es braucht, um den Umstieg auf aktive Verkehrsmittel zu schaffen während Angestellte ihren Blick auf den täglichen Arbeitsweg legten und deutlich machten, welche Veränderungen sie selbst benötigen, um diesen Umstieg zu testen. Verschiedene Unternehmen brachten zu guter Letzt ihre Einschätzung zur Machbarkeit und die Hürden, auf die man in der Umsetzung stoßen würde, ein.

Wir erhielten dadurch weitere Blickwinkel auf unsere Konzeptidee und werden diese in die weiteren Recherchen und Konzeptionen einfließen lassen und bedanken uns auch auf diesem Wege noch einmal recht herzlich bei allen Teilnehmenden für das rege Interesse und die Bereitschaft zur Teilnahme an der Diskussion.

Eine kurze Review der einzelnen Fokusgruppen finden Sie in der angehängten Präsentation.

Wissenschaftliche Verbreitung


4. - 5. Oktober 2018: WalkSpace Konferenz
Unter dem Motto "Zu Fuß aktiv mobil: Transformation öffentlicher Räume und sichere lebenswerte Straßen" werden Umsetzungs- und Forschungsprojekte zum Thema neue Mobilitätsformen mit Schwerpunkt auf aktive Mobilität präsentiert. active2work wird in der Kategorie Speed-Dating Session vertreten sein.

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24. - 26. September 2018: Europäischer Radgipfel
Im Rahmen der Session "Betriebliches Mobilitätsmanagement" wird active2work mit seinem neuen Ansatz zur Neuordnung des Arbeitszeitregimes am Europäischen Radgipfel teilnehmen.

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Quelle: TRA, 2018
16. - 19. April 2018: Transport Research Arena (TRA)
Im Rahmen der WIMEN Session, die am 18.04.2018 im Vorfeld der Women’s Reception stattfand, hatten wir die Möglichkeit active2work erneut zu präsentieren. Dabei lag der Fokus auf den aktuellen verkehrlichen Herausforderungen und den nächsten Schritten im Projekt.

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4. - 6. April 2018: REAL CORP Konferenz
Im Rahmen der Session "Promoting Active Mobility: From Research into Practice" wird das Projekt active2work erstmalig vorgestellt. Hierbei wird die Umorganisierung von Arbeitszeiten für eine modale Verschiebung hin zu aktiver Mobilität diskutiert und erste Ausblicke und Hypothesen für das das kommende Jahr präsentiert.

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Konsortium


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